Folge deinem Herzen

Herz oder Kopf? Wer oder was bestimmt über unser Leben?

Anfang zwanzig kam ich durch den Verlust meines damaligen Partners in eine tiefe Krise. Diese führte mich in einen oftmals auch schmerzhaften Prozess der Heilung und Wiederbelebung meiner verletzten Anteile, der bis heute noch andauert. Diverse Therapien halfen mir, mich selbst besser wahrzunehmen, und den nach außen gerichteten Fokus nach innen zu wenden. Zunehmend wurde mir bewusst, dass ich mich selbst überhaupt nicht kannte. All die Jahre hatte ich versucht, mich den Wünschen und Anforderungen anderer anzupassen. Doch hatte es nie wirklich funktioniert. Weder ich selbst noch mein Umfeld wurden dadurch glücklicher
Die Begegnung mit Menschen, die dem Seelischen zugewandt waren, sind für mich der Schlüssel zu meinem eigenen Herzen gewesen. Ich selbst war ohne Sinn für das Göttliche und Schöne in uns in einer sehr pragmatischen und leistungsorientierten Welt aufgewachsen. Lange Jahre noch war das Opferdenken in mir sehr hartnäckig. Hatte ich doch auch eine gute Schule darin in der Kindheit besucht. Doch mit den Jahren fielen diese Schichten der Angst und Abwehr von mir ab. Ich wusste mit einmal, dass ich eingebunden bin in einem größeren Ganzen, und geleitet werde von meiner inneren Stimme – meiner Seele, die durch Gefühle in meinem Herzen zu mir spricht.

Diese Stimme in meinem Herzen zählt zu meinen größten Schätzen. Sie führt mich zu Menschen und Situationen, die mir helfen, mich selbst zu verstehen, und zu erkennen, wer ich wirklich bin. So finde ich immer mehr zu mir selbst, zu dem, wer ich wirklich bin. Und das ist so viel mehr, als sich der Verstand, der im Kopf wohnt, jemals ausdenken kann. Unser Verstand ist seiner Natur nach begrenzt. Er kann wunderbar unterscheiden und analysieren, Dinge bis in seine kleinsten Bestandteile zerlegen. Unser Herz dagegen sieht das vollkommene Ganze. Es ist auf Heilung und Wachstum ausgerichtet, und geht über unser persönliches Selbst hinaus. Wenn ich mich ganz auf mein Herz ausrichte, erlebe ich, wie sich alles in meinem Leben fast wie von selbst ergibt. Ich folge den Impulsen, die ich in meinem Inneren wahrnehme, und spüre zunehmend ein „im Fluss sein“. Alles geht leicht und schenkt mir Energie.
Die geht solange so, bis meine Seele entscheidet, dass eine Erweiterung meines Bewusstseins notwendig ist. Dann führt mich meine innere Stimme in Situationen, die mich ab meine inneren Grenzen bringt. Diese Grenzen wurden von mir selbst vom Verstand errichtet. Sie sind in Form von Glaubenssätzen und Einstellungen in uns gespeichert, und steuern unser Leben so lange unbewusst, bis wir uns ihrer bewusst werden, und uns für andere, für uns stimmigere Leitlinien entscheiden. Ein in unserer westlichen Gesellschaft sehr verbreitetet Glaubenssatz ist die Haltung: „Wir müssen uns anstrengen und hart arbeiten, um anerkannt zu sein, und sich ernähren zu können.“

Folgen wir diesem Satz, dann richtet sich alles in unserem Leben danach aus, und es erscheint so, dass die Welt genauso ist, wie wir denken. Wir strengen uns an und arbeiten viel, und auch andere tun das. Es scheint keine anderen Möglichkeiten zu geben. Da dies jedoch nicht Wahrheit ist, stoßen wir irgendwann an eine Grenze. Vielleicht werden wir auf einmal krank, und funktionieren nicht mehr so wie vorher, oder wir verlieren unseren Arbeitsplatz. Dann sind wir aufgefordert, das alte Denk- und Verhaltensmuster, das uns in diese Situation gebracht hat, loszulassen, und etwas zu wählen, was unserem aktuellen Bewusstsein mehr entspricht.

Auf dieses Weise erweitern wir unsere Grenzen und öffnen uns immer mehr der wahren Natur in uns. Grenzen gibt es nur im Verstand. Sie zu überwinden bedeutet, der Schönheit, Fülle und grenzenlosen Freiheit in uns zu begegnen.

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