FreiRaum für Kinder

Sie kommen als Boten einer neuen Zeit. Sie schenken uns ihre Liebe. Und sie brauchen einen Raum, in dem sie sich frei entfalten können. Hin zu dem Wesen, das sie in Wirklichkeit sind. Frei, ihre Lebensaufgabe zu leben.

In jedem von uns schlummert eine Aufgabe oder Fähigkeit, die hier auf Erden gelebt und eingebracht werden will. Unsere Kinder können uns dabei helfen, uns mit unserem Wesenskern zu verbinden. Denn die Kinder, wenn man sie lässt, sind ganz natürlich mit ihrem Wesen, ihrer Seele und Kraft verbunden. Sie sind in Wahrheit die Lehrer und Meister, von denen wir lernen können. Jede neue Generation bringt ein Mehr an Wissen und Erfahrung mit, will Licht, will Heilung für die älteren Generationen bringen.

Es ist aus diesem Grund meiner Ansicht nach sinnvoll, unsere Kinder aus einer ganz anderen Perspektive wahrzunehmen. Wir werden feststellen, dass sich uns Erwachsenen eine wundervolle Welt eröffnet, wenn wir in unseren Kindern – statt wie gegenwärtig üblich, sie als klein und unwissend zu betrachten -, den „Meister“ in ihnen erkennen. D.h. eine Seele, die eine Menge an Wissen und Erfahrung mitbringt. Und die anders als viele von uns, mutig und spielerisch, Neues ausprobiert.
Wir können viel von ihnen lernen, wenn wir dafür offen sind, und uns von unseren alten Konzepten und Vorstellungen lösen. Sie lernen natürlich von uns die Alltagsfähigkeiten kennen, indem sie uns beobachten, und nachahmen. Doch eine spezielle Schulung durch uns benötigen sie nicht wirklich. Unser Wissen ist gegenüber ihrem Wissen zumeist veraltet.

Doch was brauchen sie von uns? Vor allem brauchen sie unsere Liebe, Fürsorge und unseren Schutz. Sie gedeihen besonders gut, wenn wir ihnen mit Vertrauen und Achtung gegenüber ihrem ureigenen Wesen begegnen. Stellen wir ihnen zudem noch einen Raum zur Verfügung, in dem sie sich frei entfalten können, d.h. ohne viele fremde Vorgaben und wesensfremde Strukturen, werden sie es viel leichter haben, ihr Potential ihrem Wesen gemäß in ihrem Tempo zu entfalten.

Unsere derzeitige gesellschaftliche Struktur, die im Wesentlichen eine Struktur der Macht und Kontrolle ist, verhindert die freie Entfaltung unseres wahren Wesens. Kinder unserer Zeit spüren dies sehr deutlich. Und sie rebellieren dagegen. Sie wollen und können sich nicht mehr einengen und unterdrücken lassen. Ihr Auftrag ist klar: Wegbereiter eines neuen Bewusstseins in einem lichtvolleren Zeitalter zu sein.

Wir können mit diesen Kindern nicht mehr nach unseren alten traditionellen Maßstäben umgehen. Z.B. Gehorsam erwarten. Grenzen ziehen ohne Liebe und ohne ersichtlichen Sinnzusammenhang, sie zu etwas zwingen, auch aus sog. „guten Gründen“, was sie nicht wollen – sei es der Schul- oder Kindergartenbesuch, Vereinsbesuch oder auch Situationen im Alltag wie den Teller leeressen müssen etc..

Diese Kinder brauchen vor allem eins: Einen Raum, der zulässt, dass sie sich frei von Vorgaben und Regeln hin zu ihrem wahren Potential und höchstem Ausdruck ihres inneren Wesens entfalten können. Die Natur hilft ihnen, sich mit den höheren Kräften zu verbinden, und Inspirationen aus ihrer Wesensmitte zu empfangen. Die Stadt, mit ihren zahlreichen Ablenkungsmöglichkeiten, verhindert diesen Entfaltungsprozess, wenn es dort zu wenig freie Räume mit Natur und freier Gestaltungsmöglichkeit gibt.

Von uns brauchen sie Liebe und Vertrauen. Und wir, Eltern und Erziehungspersonen, sind aufgefordert, dieses Vertrauen in uns selbst zu entwickeln. Umso mehr wir unsere eigenen Ängste aufgearbeitet und losgelassen haben, umso mehr werden wir Vertrauen in uns spüren. Vertrauen in uns selbst. In unser Wesen und unsere eigene Aufgabe. Vertrauen in das Leben. Das uns diese Kinder geschenkt hat, die uns vorleben, wie es ist, wenn wir ganz im Vertrauen sind und danach leben – wenn wir sie lassen.

Solange wir noch alte Ängste in uns haben, werden wir diese unbewusst auf unsere Kinder übertragen. Diese übernehmen aus ihrer Liebe zu uns diese Ängste, und agieren sie aus. Sie halten uns so einen Spiegel vor, in den wir schauen und uns selbst erkennen können.

Ich habe durch das Zusammenleben mit meiner eigenen Tochter viel gelernt. Ihr Körper ist noch ganz entspannt, und äußert frei Gefühle, der Atem fließt, nichts wird unterdrückt. Wenn sich ein Bedürfnis bei ihr meldet, und mein Verstand zunächst Widerstand produziert, entsteht Leiden. Sowohl für mich als auch für sie.

Sie erinnert mich daran, mich mit der Gegenwart wieder zu verbinden, und dadurch aus meinen Kopf/Verstand ins Herz zu kommen. Sobald mir dies gelingt, läuft alles harmonisch und leicht, bin ich wieder in der Gegenwart, und mit der Kraft, die aus dem Gegenwärtigsein erwächst, verbunden.

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