Wie reagiert das Umfeld, wenn du deinem Herzen folgst?

Beifall oder Buhrufe! Die einen finden toll, was du Neues wagst. Die anderen lehnen deinen Weg ab, ja fürchten ihn gar, da er so sehr von den üblichen Gleisen abweicht, dass die Sicherheit in ihren Augen gefährdet scheint.

Weder die, die Beifall spenden noch die, die dir abraten und deinen Weg verurteilen sind es, auf die du hören solltest.

Du kannst Stimmen, die dir im Außen begegnen gut dazu verwenden nach innen zu gehen, um heraus zu finden, was ihre Stimmen mit dir zu tun haben und wo die Resonanz dafür in dir ist. Wenn uns die Äußerung eines Freundes in Aufruhr bringt, können wir davon ausgehen, dass dieses Thema in uns noch nicht geklärt ist. D.h. aber noch lange nicht, dass eine Entscheidung, die du mit dem Herzen getroffen hast, nicht richtig ist. Wenn es da noch Ängste in dir gibt, dann dient unser Umfeld uns dazu, diese für uns sichtbar ans Licht zu holen. Und dann kann es eben sein, dass ein guter Freund auf einmal die Position deiner in dir versteckten Ängste einnimmt.

Es ist in jedem Fall hilfreich, bei allem, was uns begegnet, offen zu sein und in uns zu prüfen, wo wir damit stehen, wo unsere Wahrheit ist. Wir sind in Wirklichkeit nicht von unserer Umwelt getrennt. Mit unserer Energie und unseren Überzeugungen beeinflussen wir unsere Welt.

Mache dir bewusst:

Für die Entscheidung, deinem Herzen zu folgen, brauchst du niemanden, der dir dabei zustimmt – außer dir selbst.

Niemand von außen kann dir sagen, was richtig oder falsch ist für dich. Auch wenn dies andere gerne tun – häufig auch ungefragt. Wohlmeinende Freunde oder Familienmitglieder äußern ihre Bedenken, häufig weil sie selbst Träger von Sorgen und Ängsten sind. Aus ihren eigenen Ängsten heraus sehen sie die Welt und somit auch dich. Bei den meisten geht es überwiegend darum, dass sie vermeiden wollen, dass du einen „Fehler“ machst, dass du etwas tust, was du hinterher bereust.

Doch soll ich dir was verraten? Es ist gut, „Fehler“ zu machen!

Ja, es ist zutiefst sinnvoll, selbst im Leben Erfahrungen zu sammeln, und aus all diesen Erfahrungen Kenntnisse über sich und das Leben zu gewinnen. Niemand kann diesen Erkenntnisweg für dich vorweg nehmen. Wenn du im Leben eine bestimmte Erfahrung benötigst, evtl. eine, die schmerzvoll für dich ist, dann benötigst du sie – nicht um zu leiden, sondern um dich selbst tiefer kennen zu lernen. Um auf deinem Weg weiter zu wachsen.

Natürlich ist es ebenso sinnvoll von den Erfahrungen anderer zu lernen. Ohne dass ich es selbst ausprobiert habe weiß ich, dass es gefährlich ist von einer Klippe zu springen. Und so muss ich es nicht ausprobieren. Doch etwas anderes ist es sich dafür zu entscheiden, seinem Herzen zu folgen, unabhängig davon was andere davon halten, und auch unabhängig davon, ob ich weiß, wohin es mich führt.

Viele von den Menschen, die dir abraten, deinem Herzen zu folgen sind selbst ängstlich und unsicher, trauen sich nicht ganz sie selbst zu sein.

Sie stellen Sicherheit über die totale Erfahrung des Lebens. Kontrolle über den Duft von Abenteuer und dem Meistern von Herausforderungen. Für sie beinhaltet das Leben häufig Probleme. Überall gibt es Gefahren, denen besser auszuweichen ist. Ihre Devise heißt Anpassung um jeden Preis – auch um den Preis ihres authentischen Selbst.

In den letzten Jahren habe ich das Leben in Deutschland zunehmend als ein Leben in einem „Goldenen Käfig“ erlebt. In mir wurde der Drang immer stärker, aus diesen alten Strukturen auszubrechen und mich komplett auf mich selbst auszurichten.

Was geschieht, wenn ich die Tür des goldenen Käfigs öffne, und einen Schritt hinaus wage?

Nur zwei Monate, nachdem ich endgültig den Herzensentschluss gefasst habe, Deutschland zu verlassen und zunächst Richtung Spanien zu ziehen, kündigt mir eine langjährige und nahe Freundin die Freundschaft aufgrund der bei ihr dadurch ausgelösten Ängste. In einer kurzen unpersönlichen Email begründet sie ihren Wunsch nach Abstand damit, dass mein Auswandern bei ihr starke Emotionen auslöse, die verhindern, dass sie mir noch eine Freundin sein könne, da sie meine Absicht nicht unterstützen könne.

Da bin ich zunächst mal baff. Über zehn Jahre Freundschaft und nun das. Was soll ich dazu sagen. Mir fehlen tatsächlich die Worte – was bei mir selten ist.

Ich akzeptiere ihren Entschluss. Etwas anderes hätte auch wenig Sinn. Doch frage ich mich, warum mir dies geschieht. Etwas in mir muss vorhanden sein, dass noch Reste von Zweifel oder Ängsten in sich trägt. Meine Freundin spiegelt also Teile in mir, die mir bislang noch nicht bewusst waren.

Natürlich sind mir auf meinem Weg zu dieser Entscheidung schon meine eigenen Zweifel und Ängste begegnet. Ich habe immer wieder Phasen erlebt, in denen ich tief in die Angst eingetaucht bin, und lernen musste, mich auch in dieser Angst anzunehmen und mich da hinein zu entspannen. Was nicht immer so leicht war. Besonders wenn das Umfeld die eigenen Ängste bestätigt.

Doch ganz tief in mir habe ich immer gewusst und gefühlt, dass der Weg, den mir mein Herz weist, richtig für mich und für alle Beteiligten ist.

Der eigenen Freude zu folgen, dem was mein Herz ruft und was Begeisterung in mir auslöst, ist das, was das Leben jetzt durch mich erfahren möchte. Ist das, was ich selbst zutiefst liebe, was mich glücklich macht.

Ich glaube, dass glückliche Menschen genau die sind, die dazu beitragen, dass sich die Verhältnisse auf der Erde für uns alle verbessern.

Nicht nur meine Freundin hat auf meinen Herzensentschluss reagiert. Die Frau beim Gesundheitsamt fühlte sich bei der Schuluntersuchung meiner Tochter dazu aufgerufen, mir deutlich ihre Bedenken zu meinem Entschluss mitzuteilen. Sie sei hier im Amt „Anwältin für die Kinder“, und es sei ihre Pflicht, auf das Wohl derselben zu achten. Mein Entschluss, nach Spanien in ein natürlicheres Umfeld und in eine Gemeinschaft zu gehen fände sie bedenklich, und sie fragte, ob dies wirklich für ein Kind das richtige sei. Ich vermute, dass sie davon ausgeht, dass Kinder ein stark strukturiertes Umfeld und schulische Lernmethoden benötigen, damit sie ordentlich gedeihen. Sicherheit hat eben immer noch für die meisten einen sehr hohen Stellenwert.

Was für eine Sicherheit biete ich meinem Kind, wenn ich ängstlich einem System folge, anstatt mich selbst auf dem Weg zu machen und meine eigenen Erfahrungen zu begehen?

Wenn ich eines inzwischen sicher weiß ist es das: Es gibt keine Sicherheit!

Egal, wie sehr ich mich auch auf etwas vorbereite, das Leben kann sich in einem Bruchteil einer Sekunde ändern. Wir wissen nicht, was morgen ist.

Nur der Moment ist wie er ist.

Der Vorfall beim Gesundheitsamt hat mir den ganzen Tag lang zu schaffen gemacht. Tief sitzende Ängste kamen an die Oberfläche. Ich glaube für mein Umfeld war das nicht gerade leicht. Doch so unangenehm die Gefühle auch waren, am Ende war ich dankbar, dass ich sie erleben durfte. Denn auf diese Weise konnte ich erkennen, dass es diese Ängste in mir gibt. Sie existieren nur, weil etwas in mir noch nicht vollkommen vertraut.

Als ich dem weiter und tiefer in mir nachging, sah ich, dass es die Angst vor einer „Obrigkeit“ einer „Macht“ über mir war. So wie Kinder, die ihre Eltern als eine „Übermacht“ erleben, weil sie von ihnen abhängig sind, so erlebte ich die Situation beim Amt. Das Amt und die Mitarbeiterin darin standen stellvertretend für meine Eltern, denen ich mich als Kind häufig ohnmächtig gegenüber empfunden habe. Meine Eltern bestimmten über mich, sie gaben eine klare Richtlinie für das vor, was erlaubt war und was nicht.

Heute bin ich „erwachsen“. Doch diese Gefühle von damals als Kind existieren immer noch in mir. Das wichtigste, was ich in der Situation beim Amt für mich getan habe war, mich wirklich mit all dem anzunehmen und mich lieb zu haben. So wie ich ein kleines Kind lieben würde. Vielleicht kennt ihr bereits das Konzept des „inneren Kindes“. Ich finde es ein sehr schönes Modell, denn es hilft uns zu verstehen, wenn wir uns selbst in Situationen wie Kinder hilflos, wütend oder verzweifelt erleben.

Diese Gefühle in uns, oder auch dieses „Kind“ in uns, möchte einfach nur angenommen werden.

Es braucht nichts weiter als diese Annahme, dieses Ja für das was ist. D.h. noch nicht, dass sich sofort etwas ändert. Du hast vielleicht trotzdem noch dieses unangenehme Gefühl in dir. Sag einfach weiter innerlich Ja dazu. Ja, es darf sein. Ja, du darfst damit sein. Du musst dich nicht anders fühlen. Du darfst traurig, wütend oder ängstlich sein.

Es war erstaunlich, wie diese Angst in mir mein Bewusstsein veränderte. Ich erlebte mich komplett verändert, und war überhaupt nicht mehr in meiner Mitte. Ich nahm ein Gefühl der Bedrohung war, und konnte beobachten, wie ich anfing, in alte Denk- und Verhaltensmuster zurück zu fallen. Da tauchten auf einmal negative Bewertungen über mich in meinem Kopf auf. Und der Wunsch, mich zu schützen oder zu verteidigen. Eine enorme Wut packte mich. So hatte ich mich schon lange nicht mehr erlebt. Ja, da waren wirklich alte Gefühle aus dem „Keller“ aktiviert.

Insofern war ich dankbar. Denn bis dahin hatte ich angenommen, dass ich einen Großteil meiner Ängste bereits losgelassen hätte.

So hat mir das Leben gezeigt, dass es noch Ängste in mir gibt, die mir zuvor nicht bewusst gewesen waren.

Auf diese Weise kann ich mir meine Ängste anschauen. Es sind Teile von mir, die ich bislang unterdrückt habe. Neben dem Annehmen der Gefühle finde ich es sehr hilfreich, mir selbst meine eigene Reaktion zu vergeben, und wenn da Wut auf einen anderen Menschen ist, diesem Menschen ebenfalls zu vergeben. Und so habe ich ein paar Stunden nachdem ich von der Untersuchung beim Amt wieder Zuhause war, eine kleine Vergebungsarbeit gemacht. Das hat etwas in mir erleichtert. Ich habe anschließend noch das Amt, die Mitarbeiterin und mich gesegnet. Das Segnen erlebe ich ebenfalls als sehr hilfreich und überaus wirksam. Besonders wenn es um Wut und Ärger geht.

Ein Mensch in meinem nahen Umfeld fühlt sich besonders betroffen von meiner Herzensentscheidung: Es ist der Vater meiner Tochter und naher Freund von mir. Seine Reaktion auf meinen Entschluss, in den Süden zu gehen und Deutschland zu verlassen löst bei ihm Schmerz, Angst und Wut aus.

Das ist verständlich. Natürlich möchte er als Vater und auch als Freund gern, dass wir in seiner Nähe sind. Als mir vor Jahren klar wurde, dass dies mein Weg ist und mich mein Herz dahin ruft, fiel es mir sehr schwer ihm das mitzuteilen. Ich hatte richtig Angst davor, und habe mir viele Nächte lang Gedanken darüber gemacht, wie ich es ihm am besten sagen kann. Am Ende wurde mir bewusst, dass egal, wie ich es formuliere, es wird den Schmerz darüber nicht lindern können. Ich kann nichts dagegen tun, dass es in ihm „negative“ Gefühle hervorruft, wenn ich ihm sage, dass wir gehen werden.

Wie oft habe ich mir gewünscht, ich könnte zaubern und dazu beitragen, dass er sich gut dabei fühlt. Doch das liegt nicht in meiner Macht. Selbst der Umstand, dass wir fortgehen hat nicht wirklich die Macht, diese Gefühle auszulösen. Vielmehr sind es die Gedanken, die Urteile, die darüber gefällt werden, die diese Gefühle hervorrufen. Gedanken wie: „Das ist total schlimm! Ich werde verlassen. Ich verliere den Kontakt zu meiner Tochter. Ich bin nicht mehr wichtig. Das darf nicht sein.“ etc. führen dazu, dass wir uns alles andere als glücklich fühlen.

So wie er im Widerstand mit meiner Entscheidung war, ging ich zunächst in den Widerstand mit seiner Reaktion.

Es ist unser Widerstand gegen das was ist, welches Leiden produziert.

Jedes Mal wenn ich mit Widerstand  auf Erfahrungen reagiere fühle ich mich unwohl. Es widerfährt mir immer noch in manchen Situationen, dass eine automatische Reaktion von Widerstand entsteht, wenn etwas Unerwartetes oder Unerwünschtes auftritt. Doch es geht inzwischen immer schneller, dass sich der Widerstand löst. Manchmal sind es nur noch Sekunden, wo ich den Widerstand wahrnehme, und ein inneres Ja dazu führt, dass ich mich vollkommen entspanne.

Wo kein Widerstand ist, kann Energie wieder fließen. Kann Liebe wieder fließen.

Bei all dem, was mir in den letzten Jahren begegnete, ist mir immer deutlicher geworden, dass das wichtigste ist, mir selbst treu zu sein. Darin begründet ist ein tiefes Vertrauen ins Leben. Denn wo die  Freude in mir auftaucht weiß ich einfach, dass es vom Leben so gewollt ist. Und das darin auch alle anderen Menschen enthalten sind.

Was auch immer die erste Reaktion der anderen Menschen ist, wenn wir unserem Herzensweg folgen, für jeden Betroffenen beinhaltet es ein Geschenk auf seinem Weg.

Es mag sein, dass viele dieses Geschenk erst sehr viel später erkennen oder auch nur erahnen. Doch für die Seele ist es genau das, was erlebt und erfahren werden will. Im anderen Fall würde es nicht so erfahren werden. Für mich gibt es demzufolge keine „falschen“ Erfahrungen.

In den meisten Fällen werden es „Wachstumsgeschenke“ sein.

Also etwas, wodurch wir wachsen und lernen. Manche werden vielleicht durch unseren Weg von alten Strukturen und Denkmustern befreit. Und dies tut erst einmal weh. Wenn wir Vertrautes verlieren ist das häufig nicht schön. Es macht einfach Angst.

Wir wollen am liebsten, dass in unserem Leben alles immer gleich bleibt.

Zumindest das Angenehme soll bleiben. Wir haben uns daran gewöhnt und fühlen uns darin wohl.

Doch das Leben stößt uns immer wieder aus unseren Komfortzonen heraus.

Es will dass wir wachsen. Das Leben selbst will wachsen und sich ausdehnen durch uns. Wir können uns eine Weile dagegen sperren, doch am Ende werden wir dahin geführt, dass wir uns erweitern und unser Bewusstsein öffnen.

So bin ich selbst dahin geführt worden, meine Komfortzone in Deutschland zu verlassen, altes Vertrautes loszulassen, und mich dem Neuen zu öffnen.

Wenn ich an früher denke muss ich heute schmunzeln. Ich war immer sehr ängstlich und sicherheitsliebend gewesen. Vor zehn Jahren konnte ich mir noch nicht einmal vorstellen, meine Heimatstadt zu verlassen. Freunde und der Ort den ich kannte gaben mir Sicherheit und waren wie eine Basis für mich. Und jetzt stehe ich kurz davor eine Reise ins Unbekannte zu wagen. Denn auch wenn die Richtung klar ist, wo es als erstes hingeht, weiß ich nicht, was danach kommt.

Heute bereitet mir der Gedanke, morgen nicht zu wissen, wie es weiter geht ein kribbelndes Gefühl von Lebendigkeit und Neugier.

Früher hätte es mir einfach nur Angst gemacht.

Das „Kind“ in mir erwacht immer mehr. Die Neugierde auf Unbekanntes wächst. Welchen Menschen werde ich begegnen? Welche Erfahrungen werde ich machen? Wohin wird es mich innerlich und äußerlich führen?

Diese Fragen stelle ich mir mit einer großen Offenheit im Herzen. Denn ich will die Antwort gar nicht wissen.

Es reicht mir, den nächsten Schritt zu erfahren und diesen zu gehen.

Wohin er mich führt, das werde ich zum rechten Zeitpunkt erfahren.

Etwas in mir beginnt immer stärker zu leuchten – es ist mein Herz, das sich freut, dass ich mich aufmache, mich selbst in all meinen Anteilen zu erfahren. Denn bislang kenne ich nur einen winzigen Ausschnitt von meinem Wesen. Seit ich Anfang des Jahres die Entscheidung getroffen habe, meinem Herzen kompromisslos zu folgen und der Weg aufgetaucht war, ist viel mehr Freude in mir. Lebensfreude, die einfach auftaucht. Und dafür bin ich so dankbar!

Mit diesem kleinen Erfahrungsbericht möchte ich dir Mut machen, deinen eigenen Weg zu gehen, auch wenn du damit komplett von deinem Umfeld abweichst.

Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass, wenn wir unserem Herzen folgen, wir auch für die anderen Menschen in unserem Umfeld einen heilenden Impuls senden. Wir fordern sie unbewusst dazu auf, selbst bei sich nachzusehen, worin ihr Traum besteht und was ihre Aufgabe hier ist.

Wenn wir unbeirrt unserer inneren Stimme folgen, werden wir auch zunehmend auf Menschen stoßen, die ebenfalls diesen Weg des Herzens gehen.

In der Zeit des Übergangs, wo wir selbst noch etwas zögern und zaudern, werden wir vermutlich einige „Stolpersteine“ oder Reaktionen in unserem Umfeld erleben. Diese dienen uns der inneren Klärung. Dann können wir nach innen gehen und uns Zeit nehmen, unsere Ängste anzuschauen. Bei großen Entscheidungen werden häufig Ängste in uns ausgelöst. Meine Erfahrung ist, dass es nichts nützt, Ängste zu unterdrücken. Auf irgendeine Weise werden sie wieder ans Licht kommen.

Was brauchen diese Ängste von uns? Nur unsere Annahme – unsere Liebe. Nicht mehr, nicht weniger. Und dann weiter gehen. Auch wenn die Ängste noch vorhanden sind. Einfach unseren Weg weiter gehen. Die Ängste lösen sich häufig nicht, wenn wir auf dem Sofa sitzen bleiben und Stunden darüber meditieren. Sie lösen sich vielmehr, wenn wir uns auf den Weg machen.

Ängste sind kein Hindernisgrund, unsere Träume zu verwirklichen.

Genauso wenig sind die Meinungen unserer Freunde und Familien kein Anlass, stehen zu bleiben oder gar umzukehren. Wir können sie als „Prüfsteine“ auf unserem Weg nehmen.

Das Leben fragt uns: Wie ernst meinst du es? Bist du bereit, deinem Herzen zu folgen? Stehst du zu dir und dem, was dich glücklich macht?

Wenn wir diese Reaktionen aus dem Umfeld so betrachten, erscheinen sie nicht mehr als Hindernisse. Ich sehe das inzwischen „sportlich“. Immer wenn etwas Unerwartetes oder Unangenehmes auftaucht, frage ich mich, wozu mir diese Situation dient. Das geht inzwischen sehr schnell bei mir. Dabei akzeptiere ich die Reaktionen der anderen und erwarte nicht mehr, dass sie meinen Entscheidungen zustimmen. Das lässt sowohl die anderen als auch mich frei.

Wie geht es dir mit diesem Thema?

Hast du schon einmal eine Herzensentscheidung getroffen, und bist auf mehr oder weniger heftige Reaktionen in deinem Umfeld gestoßen? Es interessiert mich, wie du in dem Fall damit umgegangen bist, und wenn du magst, schreibe mir deine Erfahrungen in einem Kommentar.

Alles Liebe für dich auf deinem Herzensweg!

Astrid *Sternenseglerin

 

 

 

4 thoughts on “Wie reagiert das Umfeld, wenn du deinem Herzen folgst?

  1. Liebe Astrid,

    vielen Dank für deinen wunderbaren Beitrag, deine Zeilen berühren mich soeben so tief in meinem Herzen, ja du sprichst mir aus dem Herzen. Ich bin in einer Umbruchphase in meinem Leben, d.h. ich beende eine 16 jährige Beziehung (und 2 gemeinsame Söhne) mit meinem Lebensgefährten, es gibt keine Schuldigen, nein, mein Herz sagt schon seit 6 Jahren, es passt einfach nicht, ich kann nicht JA sagen zu ihm, viele Zeichen hat es gegeben ja und jetzt ist es soweit und ich spüre Erleichterung und natürlich auch Angst, schaffe ich es finanziell alleine usw.?? Bin schon 50 und dachte nicht, dass ich noch so eine große Veränderung vor mir haben werde. Meine Seele will wachsen, viele in meinem Bekanntenkreis und auch Geschwister ziehen sich zurück weil sie meinen so einen bekommt sie nie mehr usw., aber es ist mir egal, ich spüre das es richtig ist und dass ich weitergehen muss, auch wenn es noch so schwierig ist, ich bin stolz, dass ich nun soweit bin, dass ich bei mir bleibe und es nicht von den Meinungen anderer abhängig mache. Es ist befreien und ich übe im Augenblick zu bleiben, damit ich mir nicht zu viele Gedanken des Zweifels mir kreiere, das Leben ist so kostbar und wir wissen nicht was morgen ist, das Herz ist sooo intelligent und ich bin glücklich, immer mehr meinem Herzen zu folgen.

    Vielen Dank und herzliche Grüße
    Silvia

    • Liebe Silvia,

      ich danke dir dafür, dass du so offen von dir erzählst.

      Ich kann deine Situation sehr gut nachempfinden. Als meine Tochter ca ein Jahr war habe ich mich auch von dem Vater getrennt, weil ich es im Herzen als richtig fühlte.
      Und ich stimme dir zu: Es gibt keine Schuldigen. Manchmal ist eine Lebenssituation – eine Beziehung, ein Arbeitsplatz etc. – einfach beendet. Wir spüren dies deutlich in unserem Herzen, ja, in unserem ganzen Sein. Ich freue mich, dass du so mutig bist, deinem inneren Ruf zu folgen und du dir selbst treu bleibst. Du kannst auch darauf vertrauen, dass sich die Wogen im Außen irgendwann für dich glätten werden. Das, was noch zu dir gehört wird bleiben, und alles andere darf gehen. Wir müssen niemanden von unserem Weg überzeugen.
      Um zu üben, im Augenblick zu bleiben, hat mir Eckhart Tolle (JETZT! Die Kraft der Gegenwart) vor ein paar Jahren sehr geholfen.
      Eine tägliche „Übung“ für mich ist, mich daran zu erinnern, dass ich in der Welt vollkommen geliebt und geborgen bin. Das vergesse ich nämlich manchmal, wenn mich etwas emotional aufwühlt… 😉

      Ich wünsche dir weiterhin die Freude, deinem Herzen zu folgen! Dort liegt unser Glück verborgen…

      Alles Liebe für dich!

      Astrid *Sternenseglerin

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