Zeichen der Liebe

Ich habe in meinem Leben festgestellt, dass das ganze Universum belebt ist, das alles, was um mich herum existiert, von Leben erfüllt ist und auf mich reagiert. Haben wir eine Frage – die Antwort taucht auf. Möglicherweise nehmen wir sie nicht wahr, weil wir abgelenkt oder durch unsere Vorstellungen fixiert sind, und damit die Antwort nicht erkennen können.
Warum nenne ich die Antworten, die uns das Leben gibt, „Zeichen der Liebe“? Es ist Liebe, weil all diese Antworten und Zeichen, die in unserem Leben ständig auftauchen, dazu da sind, uns zu immer mehr Freude und Liebe zu führen, zu unserem wahren Wesenskern. Die Zeichen spiegeln uns auch, ob wir derzeit mit unserem wahren Wesen übereinstimmen, oder davon abgewichen sind. Ein schlechtes Gewissen beispielsweise kann manchmal eine recht schnelle Reaktion des Universums auslösen. So wie bei mir einmal. Als die Antwort kam, habe ich sehr gelacht. Hier die Geschichte:

Ich stand mit meinem Fahrrad am Rand einer ruhigen Straße in der Innenstadt, und wartete darauf, dass der Weg frei wird, die Straße zu überqueren. Ein Autofahrer fuhr an mir vorbei, er hatte die Kurve ein wenig zu eng genommen, so dass er dicht an mich herankam. Genau neben mir hielt er an, und rief zornig, ich sei mitten auf der Straße, und fuchtelte dabei wild mit den Armen herum. Ganz entgegengesetzt meiner üblichen Art des Umgangs mit solchen Situationen, rief ich ihm „Arschloch!“ hinterher. Dabei empfand ich jedoch ein schlechtes Gewissen, und war nicht ganz einig mit dieser Reaktion von mir. Nach ein paar Minuten war der Vorfall wieder vergessen, und ich erledigte ein paar Einkäufe in der Stadt. Später als ich wieder bei mir Zuhause war, setzte ich mich auf den Balkon, um mich ein wenig auszuruhen. Ich schloss die Augen. Die Vögel sangen. Es war Sommer, ein herrlich angenehmer Abend mit milder warmer Luft. Plötzlich hörte ich aus der Nachbarschaft dreimal sehr laut und deutlich jemanden rufen: „Arschloch! Arschloch! Arschloch!“. Ich musste so lachen. Da fühlte ich mich erkannt und wie ertappt. Niemals vorher und auch nicht danach habe ich jemanden im Garten derart rufen hören. Normalerweise war es dort recht ruhig. Es war, als wollte mir das Leben einen humorvollen Spiegel vorhalten. Ich empfand das nicht als Kritik. Vielmehr lernte ich daraus, mir zu verzeihen, dass ich diesen Ausrutscher hatte, und die Situation mit Humor zu sehen. Ich muss nicht perfekt sein.

Zeichen können auf unzählige Arten auftreten. Es geschieht immer so, dass sie für uns passen, und wir sie wahrnehmen können. Wie in unserer persönlichen Sprache verfasst, so dass wir sie auch verstehen können, wenn wir aufmerksam sind. Das können Tiere sein, die uns auffällig über den Weg laufen. Ein Unfall, der uns passiert oder den wir wahrnehmen. Ein Satz in einem Buch, das wir aufschlagen. Dazu fällt mir ein Beispiel ein, das sich vor ein paar Wochen ereignete.
Die Vorgeschichte ist die, dass ich vor ein paar Monaten umgezogen bin. Der ganze Umzug war von Anfang an wie mit geheimnisvollen Fäden geführt. Ich wusste von Anfang an, dass dies vom Leben so gewollt ist, und in meiner jetzigen Lebensphase genau richtig ist, bis es dann wieder weiter geht. So traf ich hier auf einen netten Mitbewohner, Marco, mit dem ich inzwischen sehr gut befreundet bin. Er bereichert mein Leben, und ich weiß, dass wir uns schon lange kennen und es kein Zufall ist, dass wir uns hier begegnet sind. Vor ein paar Wochen also gehe ich in den Buchladen, und nehme „zufällig“ ein Buch aus dem Regal, schlage „zufällig“ irgendeine Seite auf, und lese genauso „zufällig“ einen Satz, bei dem ich augenblicklich lächeln muss: „Marco ist nicht zufällig in deinem Leben“, steht da. Tja, denke ich, das wusste ich ja schon… Doch zeigt mir hier das Universum, dass ich wirklich zutiefst vertrauen darf. Ich bin zu jeder Zeit begleitet und geführt. Wenn ich möchte, kann ich mich dieser liebenden Führung anvertrauen. Und wenn ich Zweifel habe, kann ich um Unterstützung bitten. Es ist wirklich so einfach.
Ich habe das Buch dann mitgenommen, und noch einige interessante Gedanken daraus entnommen, zudem noch ein anderes sehr hilfreiches Werk von der Autorin entdeckt. Zeichen und Hinweise für das eigene Leben habe ich schon oft über Bücher und Artikel erhalten. Ich merke dies immer anhand meines Gefühls. Wenn ich auf eine Information stoße, gibt es in mir eine fühlbare Reaktion darauf. Ist es ein „Ja“, so gibt es ein Gefühl einer inneren Öffnung, einer Weite in mir. Wenn ich einer tiefen Wahrheit begegne, bekomme ich jedes Mal Gänsehaut – auch ein Zeichen. Bei einem „Nein“ wird es dagegen eng, oder auch kalt. Ich nehme es dann als einen Widerstand wahr.

Auch über Träume erhalten wir unzählige Botschaften. Ich erinnere mich an eine Zeit vor einigen Jahren, als ich sehr unglücklich in meinem Lehramt-Studium war. Mir fiel nur keine Alternative ein, also machte ich weiter. Doch die Frage nagte an mir: Soll ich das Studium beenden und Lehrerin werden, oder etwas anderes machen? Eines Nachts hatte ich einen Traum. Nachdem ich diesen erinnerte, wusste ich sofort, was zu tun war: Das Studium sofort beenden. Da war kein Zweifel mehr. Der Traum ging folgendermaßen: Ich lief im Traum durch die Straßen. Auf geheimnisvolle Weise ging von allen Dingen und Menschen, die mit dem Thema Lehrer und Schule zu tun hatten, eine Gefahr für mich aus. Bleistifte, Lineale, Hefte und Lehrer waren „giftig“ und sogar tödlich für mich, und so lief ich vor ihnen weg. Als ich aufwachte war ich sehr erleichtert, die Entscheidung war gefallen. Interessanterweise kam mir die Alternative nach ein paar Wochen, nachdem ich das Studium abgebrochen hatte. Ich wusste auf einmal von innen her, dass ich Psychologie studieren wollte, und mir die Arbeit mit Menschen wichtig war. Dass dies auch nur eine Station auf meinem Weg war, ahnte ich damals noch nicht. Und so fing ich ein Psychologiestudium an, und arbeitete für eine kurze Zeit im Anschluss als Psychologin in einer Klinik.

Ganz aktuell bekomme ich von überall her Zeichen, nach außen zu gehen und mit anderen Menschen das zu teilen, was ich in mir als wahr und hilfreich empfinde. Jedes Mal, wenn ich einen Schritt in diese Richtung gehe, öffnet sich etwas in mir und ich fühle, dass die Energie wieder stärker in mir fließt. Diesen Impuls habe ich schon vor ca. 1,5 Jahren bekommen, und daraufhin meine Webseite aufgebaut. Es folgte dann eine Zeit, in der ich mich um alte behindernde Glaubenssätze in mir gekümmert und sie durch neue positive ersetzt habe. Ich wollte so gerne endlich mit meiner Arbeit anfangen: Menschen von der wundervollen Führung durch unsere Innere Stimme erzählen. Doch die alten Ängste und Zweifel in mir, vor allem an meinem eigenen Wert, hielten mich noch zurück. Und so widmete ich mich besonders in dem letzten Jahr intensiv meinen Glaubenssätzen. Nachdem ich Ende des Sommers von einer Reise nach Portugal zurückkam, wusste ich, dass es jetzt Zeit ist. Allein der Gedanke daran, ein Herz-Online-Business aufzubauen, rief große Freude in mir aus. Nichts anderes hat seitdem Platz in mir. Mit bisher noch kleinen Schritten, aber ich gehe voran…
Wenn ich mich frage, wie ich das alles bewerkstelligen soll, taucht ein Zeichen auf, dass ich tief loslassen und vertrauen kann. So hat sich wundersamer Weise herausgestellt, dass Marco, mein Mitbewohner, Webdesign gelernt hat. Er hat mir angeboten, mir bei den technischen Details meiner Seite zu helfen. Situationen wie diese erlebe ich häufig. Wenn ich nicht weiter weiß, und aufhöre, nach Lösungen zu suchen, tauchen sie ganz unvermittelt auf – zumindest dann, wenn meine Absicht im Einklang mit meinem Wesen ist.

All diese Zeichen, die ich erhalte sind für mich Zeichen der Liebe, die für mich, für uns alle da ist. Ich habe unzählige davon wahrgenommen. Und das ist so schön, weil ich dadurch ganz real erfahre, dass ich hier in diesem Universum geliebt und geborgen bin. Dass meine Seele, mein göttliches Selbst, mich wahrnimmt und leitet. Ich habe die freie Wahl, die Zeichen zu ignorieren, oder mich führen zu lassen. Immer, wenn ich auf die Botschaften höre, vermehrt sich die Liebe in mir, wird es leichter und freier. Das ist ein Prozess, der stetig verläuft. In Zeiten, in denen Angst hochkommt, wird die Wahrnehmung unserer Welt durch Angst gefärbt. Sie ist wie ein Filter, der verhindert, dass wir die Zeichen der Liebe erkennen. Wenn dies bei dir der Fall sein sollte, du dich gerade in einer besonders herausfordernden Situation befindest, dann mag der erste Schritt darin bestehen, dich selbst und die Situation von deinem Herzen her anzunehmen. Bei allem, was uns widerfährt, so habe ich die Erfahrung gemacht, ist der erste Schritt immer der gleiche: Ja sagen! Ja zu mir. Ja zu den anderen oder dem, was geschieht. Dann wird etwas frei in mir. Erst dann kann ich überhaupt Hinweise für mögliche Lösungen wahrnehmen.

Ich wünsche uns allen, ein offenes Herz für die Zeichen der Liebe, die uns unsere Seele schickt!

Schreibe einen Kommentar